On-Demand-Verkehr

Auf dem Abstellgleis der Mobilität: On-Demand-Verkehr in der Sackgasse?

Sascha Spöcker December 17, 2025 · 3 min read

Auf dem Abstellgleis der Mobilität: On-Demand-Verkehr in der Sackgasse?
Eine rasante Fahrt ohne Ziel? Der On-Demand-Verkehr in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. In einer Zeit, in der die Transrapid-Versuchsanlage, einst Symbol deutscher Ingenieurskunst....

Auf dem Abstellgleis der Mobilität: On-Demand-Verkehr in der Sackgasse?

Eine rasante Fahrt ohne Ziel? Der On-Demand-Verkehr in Deutschland steht vor großen Herausforderungen.

In einer Zeit, in der die Transrapid-Versuchsanlage, einst Symbol deutscher Ingenieurskunst, ihren Rückbau erlebt, scheint sich ein weiteres Kapitel der Verkehrsgeschichte in eine fragwürdige Richtung zu entwickeln: der On-Demand-Verkehr.

Einleitung und Kontext: Ein Rufbus, der nicht kommt

Ein Blick auf das beschauliche Emsland genügt, um die Problematik zu verdeutlichen. Hier wurde vor einigen Jahren ein Modellprojekt gestartet: On-Demand-Verkehr als Ergänzung zum regulären Linienverkehr. Die Idee schien vielversprechend, doch die Realität sieht anders aus: Lange Wartezeiten und unzuverlässige Fahrten prägen den Alltag der Nutzer.

Im Gespräch mit dem emsländischen Rentner Walter K., der auf den Service angewiesen ist, wird deutlich: "Manchmal warte ich über eine Stunde auf den Bus. Und dann kommt er manchmal gar nicht." Aber nicht nur in ländlichen Regionen wie dem Emsland, sondern auch in Großstädten wie Berlin zeigen sich die Schattenseiten des On-Demand-Verkehrs.

Hauptteil: Daten, Argumente, Gegenpositionen

Laut einer Studie der TU Berlin aus dem Jahr 2024 nutzen nur 5% der Befragten in Berlin regelmäßig On-Demand-Verkehrsdienste. Hauptgründe für die geringe Nutzung sind laut Studie die unzureichende Zuverlässigkeit und die hohen Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Verkehrsmitteln.

Die Anbieter selbst sehen die Gründe für diese Entwicklungen in erster Linie in der mangelnden Unterstützung durch Politik und Kommunen. So fordert beispielsweise der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) mehr finanzielle Unterstützung und weniger regulatorische Hürden.

Doch ist das wirklich die Lösung? Es lohnt sich, einen Blick auf die Stadt Hamburg zu werfen. Hier wurde mit dem "ioki"-Projekt ein On-Demand-Verkehrsdienst ins Leben gerufen, der mit Unterstützung der Stadt und der Deutschen Bahn umgesetzt wurde. Doch auch hier sind die Nutzerzahlen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Fazit: Konstruktive Kritik und Denkanstöße

Die aktuellen Entwicklungen im Bereich des On-Demand-Verkehrs sind besorgniserregend. Zu hohe Kosten, mangelnde Zuverlässigkeit und eine fehlende gesellschaftliche Akzeptanz stellen große Hindernisse für die weitere Entwicklung dar.

Es ist an der Zeit, dass Politik, Kommunen und Anbieter gemeinsam nach neuen Lösungen suchen. Vielleicht ist es auch an der Zeit, über alternative Konzepte nachzudenken, die nicht nur auf individuelle Mobilität setzen, sondern auch auf eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs. Es ist klar: Der On-Demand-Verkehr darf nicht zum Abstellgleis der Mobilitätsgeschichte werden.

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