Spritsparendes Fahren reduziert Kosten und erhöht den Fahrkomfort. Erfahre, wie professionelle Fahrer mit der richtigen Fahrweise und einfachen Maßnahmen den Kraftstoffverbrauch deutlich senken können.
Wer beruflich Personen befördert, trägt nicht nur Verantwortung für seine Fahrgäste, sondern auch für Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Umwelt. Der Kraftstoffverbrauch ist dabei einer der größten Kostenfaktoren im Fahrbetrieb. Gleichzeitig wirkt sich eine ruhige und effiziente Fahrweise positiv auf Komfort, Verschleiß und Sicherheit aus.
Mit einer angepassten Fahrweise lassen sich im professionellen Fahrdienst oft 10–20 % Kraftstoff einsparen, ohne dass Fahrzeiten länger werden. Entscheidend sind einige grundlegende Prinzipien des sogenannten Eco-Driving.
1. Vorausschauendes Fahren – der wichtigste Hebel
Der größte Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch liegt im Fahrstil.
Ein professioneller Fahrer beobachtet permanent:
- Ampeln und Kreuzungen
- Verkehrsfluss
- Bremslichter vorausfahrender Fahrzeuge
- Gefälle und Steigungen
Das Ziel ist, möglichst selten stark bremsen und anschließend wieder beschleunigen zu müssen.
Warum spart das Kraftstoff?
Beim Beschleunigen muss der Motor große Energiemengen bereitstellen. Diese Energie wird im Fahrzeug als Bewegungsenergie gespeichert.
Wird anschließend stark gebremst, wird diese Energie in den Bremsen in Wärme umgewandelt und geht verloren.
Deshalb gilt im Fahrdienst:
Wer wenig bremst, spart automatisch Kraftstoff.
Zusätzlich profitieren Fahrgäste von einer ruhigeren und komfortableren Fahrt.
2. Früh hochschalten und niedrige Drehzahlen nutzen
Moderne Motoren arbeiten am effizientesten bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen.
Empfehlungen für wirtschaftliches Fahren:
- Dieselmotoren: ca. 1500–2000 U/min
- Benzinmotoren: ca. 2000–2500 U/min
Frühes Hochschalten reduziert:
- Motorreibung
- Einspritzmenge
- Geräuschentwicklung
Hintergrund
Je höher die Drehzahl, desto öfter muss Kraftstoff eingespritzt werden. Gleichzeitig steigen Reibung und mechanische Verluste im Motor.
Im beruflichen Fahrdienst bedeutet das:
Eine ruhige Beschleunigung und frühes Hochschalten reduziert Verbrauch und Verschleiß.
3. Gleichmäßige Geschwindigkeit halten
Ein gleichmäßiger Verkehrsfluss spart Kraftstoff.
Häufiges Beschleunigen und Abbremsen führt dagegen zu:
- höherem Kraftstoffverbrauch
- stärkerem Verschleiß von Bremsen und Reifen
- unruhigem Fahrkomfort für Fahrgäste
Gerade im Stadtverkehr und bei Shuttle- oder Linienfahrten zahlt sich ein ruhiger Fahrstil besonders aus.
Professionelle Fahrer versuchen deshalb, den Verkehrsfluss möglichst gleichmäßig mitzunehmen.
4. Motorbremse nutzen statt Leerlauf
Moderne Fahrzeuge besitzen eine sogenannte Schubabschaltung.
Das bedeutet:
Wenn der Fahrer vom Gas geht und ein Gang eingelegt bleibt, unterbricht das Motorsteuergerät die Kraftstoffzufuhr vollständig.
Der Verbrauch sinkt dann auf 0 Liter pro 100 km.
Wichtiger Unterschied
- Gang eingelegt → kein Kraftstoffverbrauch
- Leerlauf → Motor benötigt weiterhin Kraftstoff
Gerade bei Gefälle oder beim Heranrollen an Kreuzungen sollte daher der Gang eingelegt bleiben.
5. Geschwindigkeit bewusst wählen
Mit steigender Geschwindigkeit steigt der Luftwiderstand stark an.
Physikalisch gilt:
Der Luftwiderstand wächst quadratisch mit der Geschwindigkeit.
Das bedeutet:
- kleine Geschwindigkeitssteigerungen führen zu deutlich höherem Verbrauch
Besonders bei höheren Geschwindigkeiten auf Landstraße oder Autobahn wirkt sich das stark aus.
Für wirtschaftliches Fahren gilt daher:
Konstante und moderate Geschwindigkeit ist effizienter als häufiges Beschleunigen.
6. Fahrzeuggewicht reduzieren
Jedes zusätzliche Kilogramm muss vom Motor bewegt werden.
Besonders im Stadtverkehr mit häufigem Beschleunigen steigt der Verbrauch durch zusätzliches Gewicht.
Faustregel:
100 kg zusätzliches Gewicht können den Verbrauch um etwa 0,3 l pro 100 km erhöhen.
Im Fahrdienst lohnt es sich deshalb, regelmäßig zu prüfen:
- unnötige Gegenstände im Fahrzeug
- Werkzeug oder Material im Kofferraum
- nicht benötigte Ausrüstung
7. Reifendruck regelmäßig kontrollieren
Der Reifendruck hat großen Einfluss auf den Rollwiderstand des Fahrzeugs.
Zu niedriger Druck führt dazu, dass sich der Reifen stärker verformt. Diese Verformung erzeugt Wärme und kostet Energie.
Das Ergebnis:
Der Motor muss mehr Kraftstoff einsetzen, um das Fahrzeug in Bewegung zu halten.
Schon 0,3–0,5 bar zu wenig Reifendruck können den Verbrauch messbar erhöhen.
Deshalb gilt im professionellen Fahrbetrieb:
Reifendruck regelmäßig prüfen – idealerweise alle zwei Wochen.
8. Nebenverbraucher bewusst einsetzen
Elektrische Verbraucher werden letztlich über den Motor angetrieben, da die Lichtmaschine Strom erzeugt.
Typische Verbraucher sind:
- Klimaanlage
- Sitzheizung
- Heckscheibenheizung
- Lüftungssysteme
Besonders die Klimaanlage kann den Kraftstoffverbrauch um 0,3 bis 1 Liter pro 100 km erhöhen.
Im Fahrdienst steht natürlich der Fahrgastkomfort im Vordergrund, dennoch lohnt sich ein bewusster Einsatz.
9. Motor bei längeren Standzeiten bewusst ausschalten
Ein laufender Motor verbraucht auch im Stand weiterhin Kraftstoff. Je nach Fahrzeug liegt der Verbrauch im Leerlauf häufig zwischen 0,5 und 1 Liter pro Stunde. Besonders im Fahrdienst summieren sich viele kurze Standzeiten über den Tag – etwa beim Warten auf Fahrgäste, an Haltepunkten oder an Bahnübergängen.
Daher gilt als einfache Faustregel:
Bei längeren Standzeiten lohnt es sich, den Motor bewusst auszuschalten.
Typische Situationen können sein:
- längeres Warten auf Fahrgäste
- Pausen oder Standzeiten am Haltepunkt
- längere Wartezeiten an Bahnübergängen
- längere Staus mit Stillstand
Viele moderne Fahrzeuge verfügen über ein Start-Stopp-System, das den Motor automatisch abschaltet. Im praktischen Fahrbetrieb entscheiden sich jedoch viele Fahrer bewusst dafür, den Motor nur dann auszuschalten, wenn tatsächlich eine längere Standzeit zu erwarten ist.
Der Vorteil dieser Vorgehensweise:
- unnötiger Kraftstoffverbrauch im Leerlauf wird vermieden
- gleichzeitig werden häufige Motorstarts bei sehr kurzen Stopps reduziert
Für einen wirtschaftlichen Fahrstil im Fahrdienst gilt deshalb:
Motor nicht unnötig laufen lassen – aber gezielt und bewusst bei längeren Standzeiten abschalten.
Fazit: Wirtschaftlich fahren bedeutet professionell fahren
Spritsparendes Fahren im Fahrdienst basiert auf drei einfachen Grundprinzipien:
- vorausschauend fahren
- gleichmäßig fahren
- unnötige Widerstände vermeiden
Diese Fahrweise bringt mehrere Vorteile:
- geringerer Kraftstoffverbrauch
- weniger Verschleiß an Bremsen und Reifen
- mehr Fahrkomfort für Fahrgäste
Für professionelle Fahrer ist Eco-Driving daher nicht nur eine Sparmaßnahme, sondern ein wichtiger Bestandteil eines sicheren und professionellen Fahrstils.